Maike Ah

Deadline

Im Frühjahr 2015 lernte ich Niklas langsam kennen und verliebte mich schnell. Wir nahmen uns viel Zeit, bis wir schließlich im September desselben Jahres zusammenkamen. In diesen Monaten betete ich unglaublich viel und oft, denn es gab eine Sache, die Niklas als einen potenziellen Partner für mich ausschloss – er war kein Christ. Immer wieder bat ich Gott, mich auf den richtigen Weg zu führen, mich bereit und stark zu machen, mir einfach zu zeigen, was er möchte und mir dabei zu helfen, seinen Willen auch zu meinem zu machen. Nach einigen Auf und Abs, erfuhr ich einen richtigen Frieden und eine Art Gewissheit, dass die Entscheidung eine Beziehung mit Niklas einzugehen gut ist. Also tat ich es auch.  Doch nur wenige Wochen später merkte ich, wie ich darunter litt. Ich konnte nicht mit ihm beten, ich las nicht gemeinsam mit ihm in der Bibel und er konnte einfach nicht nachvollziehen, nach welchen Werten und Einstellungen ich mein Leben ausrichtete. Er konnte einfach nicht glauben. Das tat mir im Herzen weh und ich wusste, dass ich das nicht mehr lange aushalten würde. Immer wieder bat ich Gott um ein Wunder, nahm Niklas zu allen möglichen Gottesdiensten und christlichen Veranstaltungen mit und sprach mit ihm über meinen Glauben. Doch nichts passierte. Also traf ich eine weitere Entscheidung. Ich betete zu Gott und sagte aus meinem Frust und meiner Verzweiflung heraus, dass ich noch bis Silvester warten würde. Wenn bis dahin kein Wunder geschieht und Niklas Jesus sein Leben gibt, dann würde ich mich von ihm trennen.

Nur zwei Monate später war es soweit. Silvester stand vor der Tür und wir waren gemeinsam mit vielen Freunden auf einer Freizeit in der Nähe von Oldenburg. Ich wusste, dass es einen Abend mit Aufruf geben würde und innerlich wurde ich immer angespannter. Ich betete und betete. Und ich hatte schreckliche Angst. Nur noch zwei Tage und das neue Jahr würde anbrechen. Dann würde ich die Beziehung beenden und ihn und auch mich verletzen müssen. Der Moment des Aufrufes war gekommen und Niklas blieb sitzen. Er stand einfach nicht auf. Vielleicht passierte das Wunder ja auch in ihm, dachte ich. Aber in einem anschließenden Gespräch stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war. Für mich stand damit fest, dass ich am 1. Januar, wenn wir wieder zu Hause sein würden, handeln müsste.

Ich konnte den Silvesterabend einfach nicht genießen. Ich war wütend und traurig. Ich beschuldigte Gott und bat ihn gleichzeitig, mir die Kraft zu schenken, die Trennung auch durchziehen zu können. In all meiner Niedergeschlagenheit merkte ich gar nicht, wie Niklas in der Silvesternacht um ca. 2 Uhr morgens plötzlich verschwunden war. Als mir seine Abwesenheit auffiel, erzählte mir Hanna, eine gute Freundin, dass sie den Eindruck hatte, Niklas einen Vers zeigen zu sollen. Das tat sie auch. Und das war der Vers und der Moment, in dem Gott sich Niklas offenbart hat und in dem Niklas ihn in sein Leben gelassen hat. Das war da Wunder, für das ich fast ein Jahr lang gebetet hatte.  Es war ein sehr emotionaler Abend und einer der schönsten und freudigsten meines Lebens. Seit diesem Tag geht Gott einen unglaublichen Weg mit Niklas und ich bin unsagbar dankbar, diesen Weg mit ihm gehen zu dürfen.

Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass Gott sich nicht unter Druck setzen lässt. Er hört meine Gebete und handelt, aber nach seinen eigenen Regeln und zu seiner Zeit. 

 

 Lasst euch im Herzen keine Angst machen. Glaubt an Gott und glaubt auch an mich.

(Joh 14,1)

 

— Read more —
Contact me Learn more about Jesus

Similar stories